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Cádiz - Atlantisches Andalusien

Cádiz wirkt seltsam anders, verglichen mit dem üblichen Stadtbildern Andalusiens, die meist von ihrer maurischen Geschichte geprägt sind. Aber Cádiz ist auf seiner kleinen Landzunge zu eingeengt, um etwas aus allen historischen Epochen behalten zu können. Zwar gibt es Überbleibsel aus den verschiedenen Zeiten, doch der größte Teil der Bauwerke in der Altstadt stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert, der letzten Blütezeit der Stadt. So ist Cádiz geprägt von unzähligen Gassen mit gemütlich wirkenden Stadthäusern, in deren Inneren klassische Innenhöfe für eine natürliche Kühlung sorgen. Dazwischen viele Plätze mit Cafes und kleinen Geschäften.

Eine wichtige Handelsstadt

Viele Städte haben ihre eigenen Geschichten über ihren Ursprung, doch Cádiz hat eine ganz besondere. Herkules soll die Stadt gegründet haben, um Reisende davor zu bewahren, in das unweit entfernte Tor zur Unterwelt, dem berüchtigten Eingang des Hades, zu gelangen. Ein Eintrag im Stadtwappen bezieht sich immer noch auf Herkules als den Begründer der Stadt. Davon unabhängig bauten die Phönizier an dieser Stelle eine Stadt mit dem bedeutsamen Namen „Fernstes Ende der Welt“. Auch die Römer siedelten hier und schenkten der Stadt sogar ein eigenes Theater, denn „Gades“, wie es bei ihnen hieß, gehörte zu den wichtigsten Handelshäfen jener Zeit. Dann begann eine wechselhafte Geschichte, zweimal wurde die Stadt sogar vollständig zerstört und wieder aufgebaut. Columbus startete von hier aus seine zweite Entdeckungsreise nach Amerika, genauer gesagt von Puerto de Santa María in der Bucht von Cádiz. 1717 konnte Cádiz das Monopol für den Handel mit Amerika übernehmen, was der Hafenstadt eine erneute Blütezeit bescherte, die sich bis zum Ende der Kolonialzeit erstreckte. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige Bild der Altstadt, das weniger durch beeindruckende Monumente, sondern eher durch eine ganz eigene Atmosphäre besticht.

Im Westen Andalusiens

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um von Málaga nach Cádiz zu gelangen. Ich wählte die südliche Route über Tarifa, die mich in etwas über drei Stunden ans Ziel brachte. In Cádiz angelangt ging es zunächst durch den weniger attraktiven neuen Teil der Stadt, immer gerade aus bis an die Plaza de la Constitución, auf der das große Tor zur Altstadt stand. Dahinter hielt ich mich weiter auf der Hauptstraße und suchte eine Parkmöglichkeit. Dies war nicht einfach, alles war besetzt und so tat ich es den Anwohnern gleich und stellte mich an der Einfahrt zum eigentlich belegten Parkhaus unter dem Paseo de Canalejas an. Es dauerte zwar ein paar Minuten, aber dann konnte auch ich dort hinein fahren und fand auch gleich einen Parkplatz. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass auf dem Paseo de Canalejas auch ein Touristeninformationsbüro war. Dort holte ich mir wie üblich einen Stadtplan und machte mich auf den Weg, die Stadt zu erkunden.

Als erstes wollte ich das römische Theater besuchen, denn es sollte schon am Mittag schließen, im Gegensatz zu fast allen anderen Sehenswürdigkeiten, die den ganzen Tag geöffnet sein sollten. Leider musste ich feststellen, dass das Theater an diesem Tag überhaupt nicht offen hatte, was aber auch nicht so dramatisch war, denn es schien von außen, dass nicht viel mehr als die Tribünen erhalten waren. So machte ich mich auf und betrachtete erst einmal die südliche Seite der Halbinsel. Dort war eine hohe Mauer, die erst vor einigen Jahrhunderten zum Schutz gegen Piraten und anderes Gesindel errichtet worden war. Vom wilden Atlantik war nichts zu bemerken, ich hatte einen Tag erwischt, an dem dieses große Meer noch ruhiger als das Mittelmeer war. Von hier aus spazierte ich weiter in Richtung Osten, vorbei am ehemaligen königlichen Kerker, bis zur Plaza de la Constitución. Dort befand sich ein Museum und vor allem das schon erwähnte große Tor, die Puerta de Tierra. In dieser Festungsanlage befand sich eine der modernen Sehenswürdigkeiten der Stadt: Cádiz Virtual Siglo XVIII. Dort hätte ich einen virtuellen Spaziergang durch das alte Cádiz des 18. Jahrhunderts machen können, entschloss mich aber, die Stadt lieber real zu betrachten. So ging ich den Weg wieder zurück und wanderte über den Campo del Sur. Dort passierte ich auch die Kathedrale, deren gelb geflieste Kuppel imposant über den Dächern leuchtete.

Der weitere Verlauf des Campo del Sur war zwar nicht so hübsch, aber dafür ganz anders als an der Küste Andalusiens gewohnt. Hier zeigte sich die Atlantikseite, das Tor nach Amerika, wie es mir später im Castillo Santa Catalina noch deutlicher auffallen sollte. Inzwischen war ich am südöstlichen Zipfel der Insel angelangt, an der sich der Weg zum Castillo de San Sebastian befindet. Zunächst passierte ich einen kleinen Durchgang zum Playa de la Caleta, um danach über den schmalen Weg zur Festung weiterzugehen. Durch das ausgesprochen ruhige Meer ergaben sich ganz besonders schöne Farbenspiele im glasklaren Wasser. Dazwischen kletterten Kinder durch die Felsen um Krabben zu fangen und Möwen zogen ihre Kreise. Die Festung selber war leider geschlossen, doch der Anblick der ruhigen See und der beeindruckenden Stadt in der Ferne entschädigten mich dafür.

Besonders ansprechend war auch das alte Badehaus in dieser Bucht, das Antiguo Balneario de la Palma. Auch hier wirkte die ganze Szenerie wieder sehr Südamerikanisch, vielleicht auch durch den besonderen Charme des Verfalls, den man sonst mit Kuba in Verbindung bringt. Aber in Cádiz wird etwas dagegen getan, viele Häuser wurden schon renoviert und überall in der Stadt sah ich Schilder, die anzeigten, das Renovierungen durchgeführt werden sollen. Auch das Badehaus am Strand war schon renoviert und strahlte in voller Pracht. Weiter hinten in der Bucht lagen viele kleine Fischerboote am Strand und boten eine bunte Kulisse für die Kinder, die vermutlich auch hier nach Krebsen oder Ähnlichem suchten.

Direkt anschließend an die Bucht befand sich das Castillo Santa Catalina, eine gut erhaltene Festung aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Beim Eintritt in die Anlage fühlte ich mich nun entgültig nicht mehr in Andalusien, das sonst so maurisch anmutet. Es sah eher aus wie in einem der klassischen Wild West Filme in mexikanischer Kulisse. Doch gleich war ich auch schon wieder auf spanischem Boden, denn wie war wohl jener Stil nach Amerika gekommen. Und schon fühlte ich mich von Geschichte umhaucht, dachte daran, wie Columbus vom naheliegenden Puerto Santa María zu seiner zweiten Reise aufbrach. Ich verweilte eine Zeit lang in dieser Festung indem ich erst die Räumlichkeiten erkundete und mich danach mit meinem Stadtplan auf einer Bank niederließ, um den weiteren Verlauf meiner Route zu planen. Es war inzwischen nach Mittag, die Sonne brannte auf den Paradeplatz und ich fühlte mich doch wieder wie in einem jener vielen Westernvongestern-Filmchen, die ich als Junge so oft gesehen hatte.

Nachdem ich die Karte studiert hatte, entschloss ich mich, erst zum Parque Genovés und anschließend ins Zentrum zu laufen. Der Park war sehr schön angelegt, viele Pflanzen durch Schilder gekennzeichnet, wodurch ein ausgedehnter Spaziergang dort lehrreich wie in einem botanischen Garten gewesen wäre. Aber ich wollte noch das Zentrum der Stadt erkunden und machte mich daher auf den Weg. Quer durch die unscheinbare Calle Santa Rosalía kam ich auf den Plaza de Falla mit dem Gran Teatro Falla, dem einzigen Gebäude, das ich hier in Cádiz entdeckt hatte mit maurisch angelegter Architektur. Für ein Theater ausgesprochen passend wirkte es in der sonst sehr klassisch anmutenden Stadt wie ein kleines Märchenschloss. Inzwischen war ich mitten im Zentrum, die schmalen Gassen machten die Hitze erträglich, überhaupt machte es Spaß, durch diese Straßen zu schlendern. Überall waren kleine verglaste Balkone an den Fassaden, auffallend, dass hier auch in den Stadthäusern die Fenster mit innen liegenden Klappläden versehen waren, wie ich es sonst häufig in den kleinen weißen Dörfern gesehen hatte. Dadurch waren aber auch viele der Fenster mit den typischen Bastmatten versehen, um die Zimmer vor der Sonne zu schützen. Insgesamt hübsch und abwechslungsreich anzusehen. Besonders gerne lugte ich auch ab und zu in die Innenhöfe, die zwar angenehm kühl, aber ausgesprochen unbewohnt aussahen, nicht wie sonst üblich mit Blumen geschmückt und lebendig.

Überall verstreut traf ich natürlich auch auf verschiedene Sehenswürdigkeiten, wie den Torre Tavira mit der Camera Obscura, die einen Rundblick über die Dächer von Cádiz erlaubt. Oder der große Mercado Central, der bei meinem Besuch leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war. So ging ich durch die provisorischen Hallen hinüber zum Plaza Topete, machte dort zwischen bunten Blumenhäuschen eine kleine Pause, um danach meinen Spaziergang fortzusetzen. Der nächste Anlaufpunkt war die Plaza de la Catedral vor der mächtigen Kathedrale aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Prunkvoll erhob sie sich über dem Platz, welcher an den anderen Seiten gesäumt war von Cafes und Restaurants, deren Camareros unter schattenspendenden Sonnenschirmen Erfrischungen und leckere Speisen servierten.

Inzwischen war der Tag weiter fortgeschritten und ich schlenderte noch ein wenig durch die Gassen östlich der Kathedrale, genoss die angenehmer werdenden Temperaturen und bewunderte die vielen unterschiedlichen Fassaden der verschiedenen Häuser und Monumente. Schließlich war es Zeit, den Rückweg anzutreten und so ging ich noch ein paar Ecken mitnehmend, nicht auf direktem Wege zurück zum Paseo de Canalejas, wo ich mein Auto geparkt hatte.

Wieder ein besonderes Reiseziel

In einem Reiseführer stand, dass die meisten Touristenströme wohl an Cádiz vorbei zögen, doch inzwischen dürfte sich das geändert haben. Die Stadt ist einen Besuch wert, denn sie zeigt auf pure Weise die raue, atlantische Seite Andalusiens, die direkte Verbindung nach Amerika und die trotzdem offene und freie Denkweise der Bewohner. Die Anreise mit dem Auto ist auf verschiedenen Wegen möglich, je nachdem von wo man kommt. Von Málaga aus geht es entweder im Norden über Antequera oder im Süden über Algeciras. Ganz an der Küste entlang über Tarifa ist nicht mehr nötig, denn inzwischen gibt es eine Autobahn, die kurz vor Algeciras in Richtung Jeréz führt, sodass man nur noch von Medina Sidonia bis Cádiz über die Landstraße zu fahren braucht. Um Marbella und Estepona herum empfiehlt sich die kostenpflichtige Autobahn, wenn die schmale und teils mörderische alte Stadtautobahn gemieden werden soll.

Informationen

Centro de Recepción Tourística
Paseo de Canalejas
Tel.: (956) 24 10 01
Fax: (956) 24 10 05
Öffnungszeiten: Täglich von 9.00 bis 20.00 Uhr, außer 25.12 und 01.01.
Web: www.cadiz.es
Email: aytocadiz.turismo@telefonica.net

Ayuntamiento
Platz San Juan de Dios s/n
Telefon: 956 24 10 00
Web: www.cadiz.es
Samstag von 11.00 bis 13.00 Uhr
Eintritt frei (Bitte Klingeln)
Besuch während einer Veranstaltung nicht möglich

Im Internet

www.cadizturismo.com

www.guiadecadiz.com

www.infocadiz.com

www.puertocadiz.com

Sehenswürdigkeiten

Museo las Cortes de Cádiz
Santa Inés, 9
Telefon: 956 2217 88
Oktober bis Mai: von 9.00 bis 13.00 Uhr und von 16.00 bis 19.00 Uhr
Juni bis September: von 9.00 bis 13.00 Uhr und von 17.00 bis 19.00 Uhr
Samstag und Sonntag von 9.00 bis 13.00 Uhr
Montag und Freitag geschlossen
Eintritt frei

Museo Taller Litográfico
Bóvedas de Santa Elena s/n
Telefon: 956 28 26 63
Vorübergehend geschlossen

Castillo Santa Catalina
Antonio Burgos, s/n (La Caleta Strand)
Telefon: 956 22 63 33
Täglich geöffnet
März bis Oktober: 10.00 bis l9. 45 Uhr
November bis Februar: 10.00 bis 20.45 Uhr
(Schließt um 18.00 Uhr, wenn es eine Vorstellung gibt)
Eintritt frei

Museo de Cádiz
Platz Mina s/n
Telefon: 956 20 33 68
Mittwoch bis Samstag von 9.00 bis 20.30 Uhr
(Samstags im Sommer: 9.30 bis 20.30 Uhr)
Dienstag von 14.30 bis 20.30 Uhr
(morgens nur Gruppen mit Anmeldung)
Sonntag von 9.30 bis 14.30 Uhr
Montag und Freitag geschlossen
Eintritt: 1,50€. Für E.U. Bürger frei
Columbarios Romanos
General Ricardo
Mittwoch bis Montag von 10.00 bis 14.00 Uhr
Eintritt frei

Cádiz Virtual XVIII
Tel.: 956 25 26 81 und 956 27 20 62
Puerta de Tierra
Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt:
Audiovisuelle 3D Vorführung und Besuch des Wachturmes: 4€
Virtueller Besuch und Besuch des Wachturmes: 4€
Kombinationsticket: 6€
10% Ermäßigung für Gruppen (+ 20), Kinder und Rentner
Web: www.cadiz-virtual.com

Fundstelle Casa del Obispo
Platz Fray Félix, 5
Telefon: 956 26 47 34
15. Juni bis 15. September: 10.00 bis 20.00 Uhr
16. September bis 14. Juni: 10.00 bis 18.00 Uhr
Täglich geöffnet außer 01.01, 06.01 und 25.12
Eintritt: 4€
Gruppen (+ 20) 3.50€, Kinder und Rentner: 3€

Catedral
Platz der Kathedrale
Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 18.00 Uhr
Samstag von 10.00 bis 13.00 Uhr
Eintritt: 4€; Gruppen (+ 20 Personen): 3€
Einschließlich Besuch des Museums und Archive der Kathedrale
Eintritt frei: Dienstag bis Freitag von 19.00 bis 20.00 Uhr
Gottesdienst: Sonntag von 11.00 bis 13.00 Uhr (Messe um 12.00 Uhr)

Antigua Fabrica de Salazones Romana
Sacramento esq. Barrié
Telefon: 670 94 65 06
Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 14.00 Uhr
Eintritt frei

Teatro Romano
Campo del Sur
Mittwoch bis Montag von 10.00 bis 14.00 Uhr
Eintritt frei

Torre Tavira - Cámera Oscura
Marqués del Real Tesoro, 10
Telefon. 956 21 29 10
Täglich geöffnet, außer 25.12 und 01.01.
Eintritt: 4€

(Alle Angaben ohne Gewähr!)

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